Haus des Gastes und Burg

Im Interview mit einem historischen Gebäude

Liebe Leserinnen und Leser,

heute führen wir kein Interview der gewöhnlichen Art. Wir  interviewen nämlich keinen Menschen, sondern ein historisches Gebäude. Wer errät, um welches Gebäude es sich handelt?  Wir wünschen viel Spaß dabei!

I: Guten Tag, es freut mich wirklich sehr, mich mit Ihnen heute unterhalten zu dürfen. Darf ich Sie zunächst einmal fragen, wann Sie geboren, bzw. gebaut wurden?

G: Oh, mich gibt es schon eine ganze Weile, ich bin Ende des Mittelalters erbaut worden. 1473/1474 um genau zu sein.

I: Und von wem wurden Sie gebaut, bzw. wer hat Sie in Auftrag gegeben?

G: Nun, gebaut wurde ich von sehr fleißigen Männern, die ihr Handwerk meisterlich verstanden. Sie haben die besten Materialien verwendet. Das konnte man auch an meinen gewaltigen Getreideböden sehen. In Auftrag hat mich aber der Stadtherr Herzog Ludwig der Reiche von Landshut gegeben.

Der zehnte Teil gehöre ... mir

I: Sehr interessant. Sie erwähnten gerade Getreideböden. Zu welchem Zweck wurden Sie denn geschaffen?

G: Meine Funktion war über Jahrhunderte hinweg, der eines Getreidekastens. Alle zinspflichtigen Bauern des Umlandes mussten ihre Abgaben in Form von Naturalien bei mir abliefern.

I: Das heißt, dann haben Sie lange Zeit keine Menschen, sondern Lebensmittel beherbergt?

G: Nun ja, das kann man so sagen, wobei sich schon auch das ein oder andere Liebespaar heimlich bei mir getroffen hat…

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Haus des Gastes Hilpoltstein Foto: Haus des Gastes

I: Sie haben sicherlich viele interessante Geschichten erlebt…Wie haben Sie sich über die Jahre hinweg verändert?

G: Interessante Geschichten…ja…auch traurige, schmerzhafte, natürlich aber auch fröhliche und glückliche…wie es im Leben halt immer so ist…es gibt sowohl das Leid als auch das Glück und ohne das eine wüssten wir gar nicht, dass das andere überhaupt existiert…das alles habe ich immer wieder erlebt.  1856 wurde in meiner südlichen Hälfte ein Krankenhaus und ein Armenhaus eingerichtet und ab 1860 beherbergte ich dann in meiner Nordhälfte noch Waisenkinder. 1880 zog das Krankenhaus dann in ein Nachbargebäude und dann wurde ich bis 1986 als Bezirks- und Landratsamt genutzt.

I: Ihre Nutzung und somit ihre Geschichte war dann ja recht vielseitig.  Ihre heutige Funktion ist ja nochmal eine andere… die wollen wir hier aber nicht verraten. Ich danke Ihnen, dass wir sie ein wenig näher kennen lernen durften.

Redaktion: Jessica Kitzan

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