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Bewahren, was es wert ist, bewahrt zu werden

„Bewahren, was es wert ist, bewahrt zu werden“. Diesen Satz hörte ich in einem romantischen Liebesfilm. Im Kern handelte der Film von zwei Menschen, die bei der gemeinsamen Restauration eines Gästehauses ihre Liebe zueinander fanden.  Da stellte ich mir die Frage: Hat es denn nicht immer einen romantischen, ja einen verzaubernden Aspekt, wenn wir ein altes Gebäude sanieren? Wenn wir es in seiner Ursprünglichkeit bewahren und gleichzeitig zu neuem Leben erwecken und es in neuem Glanz erstrahlen lassen? Ist es nicht bezaubernd, zu wissen, oder es sich auszumalen, wer hier alles sein Leben verbrachte und welche Geschichten dieses Gebäude erlebt hat? Ist es nicht etwas ganz Besonderes, die Seele eines solchen Hauses spüren zu dürfen und Teil von ihr werden zu können?

Bewahren, was es wert ist, bewahrt zu werden

Die Überschrift sagt es schon, es geht um Wert und die Bewahrung dessen. Dazu muss man sich zunächst des Wertes einer Sache bewusst werden. Welchen Wert messen wir also alten Gebäuden oder auch allgemein alten Dingen bei? Sicherlich gibt es hier ganz unterschiedliche Sichtweisen. Die einen lieben alte Sachen und richten sie mit Leidenschaft wieder her, die anderen sehen keinen großen Sinn darin, etwas Altes zu „reparieren“, wo man fast für den gleichen Preis etwas Neues haben kann. Sicherlich gibt es gute Gründe für beide Seiten, ich möchte hier jedoch ein paar Gedanken zur „Wiederbelebung“ von Altem äußern.

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Ich denke, es ist zunächst eine Frage des Respekts und der Anerkennung unseren Vorfahren gegenüber, die mit viel Herzblut diese Dinge geschaffen haben. Wenn uns der Wert erst einmal bewusst wird, dann zollt man unseren Vorfahren automatisch den verdienten Respekt. Es ist ein „Weiter geben“, ein Hand in Hand, von Generation zu Generation, ein Geben und ein Nehmen. Unseren Vorfahren können wir nicht mehr direkt etwas zurück geben, aber unsere Verantwortung besteht darin, unserer Nachwelt etwas zu geben. Also achten wir darauf, dass es ein positives, wertvolles Erbe ist, welches wir hinterlassen. Indem wir die Werke unserer Vorfahren bewahren, geben wir etwas zurück. Wir zeigen Dankbarkeit, Wertschätzung und Respekt. Grundwerte, die für ein gelungenes Leben und Miteinander wichtig sind. Leben wir dies unseren Kindern vor, so werden sie und ihre Kinder und deren Kinder das gleiche irgendwann für uns tun, wenn unsere Zeit auf dieser Erde vergangen ist. So ist es möglich, dass dieser „Schatz“ von Generation zu Generation bewahrt wird.  

Es geht aber auch um den Respekt vor unserer (Um)Welt und dem bewussten Umgang damit. Warum verschwenden wir Rohstoffe und produzieren sie neu, wenn sie doch eigentlich schon vorhanden sind? Und das, obwohl man mit den vorhandenen Materialien mitunter sogar eine bessere Qualität erhalten würde. Die Materialien früher waren oftmals massiver, mit traditioneller Handwerkskunst angefertigt und für die „Ewigkeit“ geschaffen. So geschaffen, dass sie das Potential haben, repariert zu werden. Diese alten Dinge werden nicht mehr hergestellt und haben also auf Grund ihrer Begrenztheit schon einen besonderen Wert. Was passiert, wenn wir die alten Sachen alle weg werfen und durch Neues ersetzen? Es gibt sie nicht mehr und somit stirbt auch ein lebendiger Teil Geschichte.

Für mich sind alte Dinge - seien es Gebäude, Gegenstände oder höchst persönliche Dinge, wie zum Beispiel alte Tagebücher oder Briefe -  sehr wertvoll und es wert, bewahrt zu werden. Wie sieht es mit Ihnen aus?

[Reakteurin - Jessica Kitzan]

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